Wie du das Beste aus schweren Zeiten machst

Eine Ermutigung von Joyce Meyer | Lesedauer: 4 Minuten

Niemand von uns geht gern durch schwere Zeiten. Wenn dunkle Wolken aufziehen, fragen wir uns meistens: Warum nur? Oder: Warum passiert das immer mir? Begreifen wir hingegen, wie wertvoll solche Zeiten der Prüfung sind, können wir sie mit einer positiven Einstellung bewältigen.

Eine Frau hält einen weißen Wäschekorb mit bunter Wäscher vorm Gesicht

Wenn uns das Leben über den Kopf wächst wie ein riesiger Wäscheberg, ist Gott immer noch da.

In der Bibel steht, dass notvolle Zeiten gut für uns sind. In Jakobus 1,2-3 (NGÜ) lesen wir:

Seht es als einen ganz besonderen Grund zur Freude an, meine Geschwister, wenn ihr Prüfungen verschiedenster Art durchmachen müsst. Ihr wisst doch: Wenn euer Glaube erprobt wird und sich bewährt, bringt das Standhaftigkeit hervor.

Die Bibel: Jakobus 1,2-3

Sobald Schwierigkeiten auftreten, wollen wir intuitiv dem Schmerz ausweichen. Wir suchen nach Wegen, wie wir unsere Probleme oder das, was uns belastet, verringern können. Doch Zeiten der Prüfung können unglaublich hilfreich für uns sein, wenn wir nicht davor weglaufen. Durch sie lernen wir, innerlich standhaft zu bleiben und geduldig zu werden.

Geduld ist eine Frucht des Geistes, die sich nur in schweren Zeiten entwickelt. Der Duden definiert „Geduld“ folgendermaßen: „Ausdauer im ruhigen, beherrschten, nachsichtigen Ertragen oder Abwarten von etwas.“  Wer geduldig ist, ist auch standfest, diszipliniert und fokussiert – er läuft nicht vor schwierigen Dingen davon, sondern steht sie durch.

Ich denke gerade an die Gemeinde, zu der mein Mann Dave und ich in unseren ersten Ehejahren gehörten. Irgendwann wollte ich eine Bibelstunde bei mir zu Hause abhalten. Doch die Gemeindeleitung unterstützte mein Vorhaben nicht – warum auch immer. Am liebsten hätte ich gesagt: „Gut, dann bin ich eben weg!“ Ich wollte der Situation entfliehen. Ganz tief in meinem Inneren wusste ich jedoch, dass Gott nicht nur wollte, dass ich blieb, nein, er wollte auch, dass ich trotz allem eine positive Einstellung zur Gemeinde behielt, ganz gleich wie unangenehm die Situation für mich war.

Gott wollte, dass ich sie „ertrug“ und „abwartete“, um an dem Ort, an den er mich gestellt hatte, zu wachsen! Geduld ist wie ein Muskel. Je mehr man Geduld einsetzt, umso stärker wird sie. Wenn du an Gott festhältst und seine Hilfe annimmst, es zulässt, dass er dich in schweren Zeiten stärkt, dann wird auch deine Fähigkeit, geduldig zu sein, wachsen. Am Ende wirst du feststellen, dass die Dinge, die du früher kaum ertragen konntest, gar nicht mehr so schwierig sind.

Prüfungen sind Hilfestellungen

Schwierige und leidvolle Zeiten kommen nicht von Gott, aber er wird sie nutzen, damit unser Glaube wächst und stabiler wird. Manchmal lässt er unangenehme Situationen in unserem Leben zu, weil er weiß, dass so das Beste in uns zum Vorschein kommen wird.

In schwierigen Situationen können wir Dinge in unserem Leben erkennen, die uns sonst gar nicht aufgefallen wären. Sie zwingen uns, uns selbst zu verändern und die Ursachen unserer Probleme anzugehen.

Jahrelang machte ich andere Menschen für meine Probleme verantwortlich. Dave war schuld daran, weil er ständig Golf spielte. Meine Kinder waren schuld, weil sie mir nicht genug im Haushalt halfen. Oder mein Vater war schuld, weil er mich missbraucht hatte. Es war nicht ungewöhnlich, dass die Atmosphäre in unserem Haus angespannt war und ständig Ärger in der Luft lag. Ich drücke es gern so aus: Ich kam mit jedem gut aus, solange er nicht bei mir zu Hause war. 

Zum Glück hat der Herr mir in meinen Schwierigkeiten klarmachen können, dass der Grund für vieles, was in meinem Leben schieflief, in mir selbst zu finden war. Ich konnte dieses Problem allerdings erst angehen, als ich es selbst erkannte!

Gott hat für jeden von uns einen großartigen Plan. Er will uns überreich segnen. Doch er kann uns nur in dem Maß segnen, wie unsere geistliche Reife es zulässt.

Hier ist ein Beispiel: Jahrelang betete ich dafür, dass mein Dienst wachsen möge. Wenn Gott mir alles gegeben hätte, was ich haben wollte, ohne dass ich die innere Reife dazu besaß, hätte es mir nur geschadet. Vielleicht klingt es komisch, wenn ich sage: Ich bin wirklich sehr dankbar für die schweren Zeiten, denn sie halfen mir, dahin zu kommen, wo ich heute bin. 

Solltest du das Gefühl haben, dass sich die Dinge nicht so entwickeln, wie du es dir wünschst, dann vertraue Gott. Er weiß um den richtigen Zeitpunkt. Er kennt deine Grenzen und hat nur das Beste für dich im Sinn.

Gott vertrauen in schweren Zeiten

Gott in Zeiten der Not zu vertrauen, ist das Beste, was wir tun können. Auch wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir uns das wünschen, brauchen wir uns nicht zu ärgern. Wir können darauf vertrauen, dass Gott am Ende alles zum Guten führen wird (siehe Römer 8,28).

Steckst du gerade in einer schwierigen Situation? Hast du das Gefühl, dass alles über dir zusammenbricht? Wenn dem so ist, dann denk doch einmal über Jesaja 41,10 (GN) nach:

Fürchte dich nicht, ich stehe dir bei! Hab keine Angst, ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, ich schütze dich mit meiner siegreichen Hand!

Die Bibel: Jesaja 41,10

Wie wohltuend ist die Gewissheit, dass Jesus mit dir durch die schweren Zeiten geht und du am Ende stärker sein wirst als je zuvor.

Glücklich zu preisen ist der, der standhaft bleibt, wenn sein Glaube auf die Probe gestellt wird. Denn nachdem er sich bewährt hat, wird er als Siegeskranz das ewige Leben erhalten.

Die Bibel: Jakobus 1,12

Gott hat uns kein sorgenfreies Leben versprochen. Aber eines hat er uns zugesagt: Er wird uns niemals vergessen noch im Stich lassen (siehe Hebräer 13,5). Was für ein Trost in schweren Zeiten! Gott liebt uns von ganzem Herzen. Er wacht über uns und er arbeitet hinter den Kulissen bereits daran, uns zu helfen (siehe Römer 8,38-39; Psalm 33,18).

Vergiss nicht: Die Schwierigkeiten, die du gerade erlebst, werden nicht für immer andauern. Wenn ich durch schwere Zeiten gehe, erinnere ich mich selbst daran, dass sie irgendwann vorbei sein werden. Und bis das geschieht, können wir Gott vertrauen. Er schenkt uns Freude in allem Leid.

Immerhin ist er es, der dich bedingungslos liebt. Und er ist derjenige, der aus schwierigen Zeiten etwas Gutes machen kann.

Wozu sind schwere Zeiten gut?

  1. Sie lassen unseren Glauben wachsen
    In schweren Zeiten bekommen wir die Gelegenheit, Gott zu vertrauen, unseren Glauben zu aktivieren und standfest den Stürmen des Lebens zu trotzen
     
  2. Sie machen uns demütig
    Wir brauchen Demut, um geistlich zu wachsen und Gottes Gnade annehmen zu können. Der Herr möchte, dass wir lernen, in guten und in schlechten Zeiten zufrieden zu sein. 1. Petrus 5,6-7; Philipper 4,12; Sprüche 18,12
     
  3. Sie machen uns vollkommen von Gott abhängig
    Sobald uns Dinge über den Kopf wachsen, merken wir, wie abhängig wir von Gott sind. Wir wissen, dass wir nicht alle unsere Probleme selbst lösen können.
    2. Korinther 1,8-9
     
  4. Sie sind eine Charakterschule
    Genau so wie Diamanten unter großem Druck geschliffen werden, nutzt Gott schwierige Zeiten, um das Beste in uns zum Vorschein zu bringen.
     
  5. Sie geben Gott die Ehre 
    Wenn Gott uns durch schwere Zeiten hindurchbringt und uns auf diese Weise stabiler macht, stärkt das nicht nur unsere Zuversicht, sondern lässt auch die Menschen in unserem Umfeld erkennen, wie treu Gott ist.
     
  6. Sie lassen uns geduldiger werden 
    Wir alle möchten unsere Wünsche umgehend und sofort erfüllt bekommen. Doch in schweren Zeiten lernen wir auf Gott zu warten und seinem Zeitplan zu vertrauen.


Aus: Joyce Meyer Magazin Juni 2017

Zum Vertiefen

Grünes Joyce Meyer Buchcover "Gott vertrauen"

Gott vertrauen – Tag für Tag

365 Andachten, die dir helfen, im Vertrauen auf Gott zu leben
im Shop ansehen
Blaues Joyce Meyer Buchcover "Gib niemals auf"

Gib niemals auf

Sei fest entschlossen, die Herausforderungen des Lebens zu meistern
Buch kaufen
Weitere Texte aus dieser Themenwelt anzeigen

Inspiriere deine Freunde!

Verändere mit deinen Freunden die Welt!