Hast du dich jemals von Gott verlassen gefühlt? Jesus erlebte dieses Gefühl am Kreuz, als er für unsere Sünden litt und zu Gott schrie, warum er ihn verlassen habe. Psalm 22 wird oft als prophetisch für die Leiden von Jesus am Kreuz betrachtet, da viele Verse mit den Worten und Erfahrungen von Jesus übereinstimmen. Doch dieser Psalm kann auch auf unser eigenes Leben angewandt werden.
Trotz des Gefühls der Verlassenheit hält der Psalmist an seinem Gottvertrauen fest und glaubt an seine Rettung. In Vers 20 bittet er: Aber du, Herr, entferne dich nicht von mir! Du bist meine Stärke, komm mir schnell zu Hilfe! Deshalb sollten auch wir unsere Gefühle nicht verbergen, uns aber auch nicht von ihnen beherrschen lassen. Einem Leben, das von Gefühlen geleitet wird, mangelt es an Beständigkeit. Es führt oft zu Niederlagen und Elend.
Selbst in Zeiten größter Not erklärt David: Meinen Brüdern will ich deinen Namen verkünden und dich vor der ganzen Gemeinde ehren (Psalm 22,23). Dieses „Ich will“ scheint nicht auf Gefühlen zu beruhen, sondern auf einer bewussten Entscheidung, Gott zu loben. Leider richten sich viele Christen noch immer nach ihren Gefühlen und leben eher nach ihrer menschlichen Natur als im Geiste Gottes, was zu einem ungeistlichen Dasein führt. Gefühle sind flüchtig und ändern sich ständig. Obwohl wir sie stets haben werden, sollten wir ihnen nicht unser Vertrauen schenken, sondern uns auf Gottes Wort verlassen.
Gebet: Vater, bitte hilf mir, mich an die Zusagen in deinem Wort zu halten, statt meinen Gefühlen zu folgen. Ich fühle mich vielleicht manchmal verlassen, aber ich weiß, dass du immer bei mir bist. Du hast versprochen, mich nie zu verlassen oder im Stich zu lassen. An diesem Versprechen halte ich fest, ungeachtet meiner Gefühlslage. Amen