Sanftmut wird oft mit Schwäche verwechselt, aber das ist nicht dasselbe. Ich glaube, dass eine sanftmütige Person jemand ist, der das Gleichgewicht zwischen emotionalen Extremen aufrechterhalten und Emotionen angemessen handhaben kann. Dazu braucht es Stärke, nicht Schwäche. Sanftmut ist nicht Schwäche; sie ist Stärke unter Kontrolle.
Der heutige Bibelvers besagt, dass Mose der sanftmütigste Mann auf Erden war. Trotzdem wird Mose gemeinhin nicht für schwach gehalten. Zu Recht. Er war ein starker Mensch und ein starker Anführer. Wenn wir an ihn denken, denken wir an einen Mann, der Gott beim brennenden Busch persönlich begegnete; an einen Mann, der die Israeliten auf dem Trockenen durch das Rote Meer führte. Er war sicherlich nicht perfekt und die Bibel zeigt deutlich seine Unvollkommenheiten.
Manchmal überwältigte ihn die Wut – etwa als er einen Ägypter tötete oder die Steintafeln mit den darauf geschriebenen Zehn Geboten zerschmetterte, weil die Leute einen Götzen anbeteten (vgl. 2. Mose 2,11-12; 32,19). Er machte Fehler, war aber grundsätzlich auf dem richtigen Weg.
Wenn Mose trotz seiner Fehler als sanftmütig bezeichnet werden kann, können du und ich auch sanftmütig werden. Gott hat uns alle mit Emotionen ausgestattet. Und wir können sie auf gesunde oder ungesunde Weise nutzen. Sanftmut geht weise mit Emotionen um.
Gebet: Vater, hilf mir, weise mit meinen Gefühlen umzugehen und zu verstehen, dass Sanftmut kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke ist. Amen