Schon recht früh lernen Kinder das Wort „meins“. Sie umklammern Spielzeuge und andere Dinge, besonders wenn jemand versucht, sie ihnen wegzunehmen, und beanspruchen sie als ihr Eigen. Dieses Besitzgefühl verstärkt sich oft im Erwachsenenalter. Viele haben das Gefühl, hart für das Erreichte gearbeitet zu haben. Die Vorstellung, etwas davon zu verlieren, löst Angst aus.
Ich musste lernen, dass ich als Kind Gottes Verwalter bin und nicht Eigentümer. Diese Sichtweise ist entscheidend, um großzügig sein zu können und bereit zu sein, das weiterzugeben, was wir möglicherweise auf Gottes Wunsch hin loslassen sollten, um geistlich voranzukommen. Uns sollte bewusst sein, dass wir bereit sein müssen, alles zu jeder Zeit loszulassen, wenn Gott es verlangt.
Hat Gott dich schon einmal aufgefordert, etwas wegzugeben, das dir besonders am Herzen lag? Mir ist das einmal mit meinem Lieblingsmantel passiert. Gott forderte mich auf, den Mantel jemandem zu schenken, der mich verletzt hatte – was mir natürlich nicht leichtfiel. Es dauerte eine Weile, bis ich bereit war, diesem Impuls zu folgen. Doch selbst dann fiel es mir schwer, es gerne zu tun.
Wir sollten vorsichtig mit der Einstellung „Das ist meins“ umgehen und stets im Bewusstsein leben, dass wir nichts besitzen würden, hätte Gott es uns nicht geschenkt. Wir sind lediglich Verwalter seiner Schöpfung und Ressourcen, bis er kommt, um uns in unser ewiges Zuhause zu führen.
Gebet: Vater, danke, dass ich verwalten darf, was dir gehört. Hilf mir, mich an nichts festzuklammern, sondern bereit zu sein, es loszulassen, wenn du es verlangst. Amen