Sich selbst vergeben und neu beginnen

Sich selbst vergeben und neu beginnen

von Joyce Meyer

Aber eine Hoffnung bleibt mir noch, an ihr halte ich fest: Die Güte des Herrn hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf, es ist jeden Morgen neu! Groß ist deine Treue, o Herr! (Klagelieder 3,21-23; Hfa)

Unser Gott ist voller Liebe und Erbarmen. Wenn wir versagen, vergibt er uns, sobald wir unsere Sünden bekennen und uns von unseren falschen Wegen abwenden. Er löscht all unsere Schuld sogar aus seiner eigenen Erinnerung. In Hebräer 8,12 steht: Denn ich werde ihnen alles Unrecht vergeben und werde nie mehr an ihre Sünden denken (NGÜ).

Wir sind da oft viel nachtragender. Obwohl Gott schon alles vergessen und hinter sich gelassen hat, kramen wir unsere vergangenen Fehler in unseren Gedanken regelmäßig hervor und sind nicht in der Lage, Gottes Gnade auch für uns anzunehmen und ein Leben voller Frieden und Freude zu genießen – so, wie Gott es eigentlich für uns bereithält. Wir denken, wir müssten immer wieder für das, was wir falsch gemacht haben, bezahlen. Und wenn uns etwas Schlimmes angetan wurde, meinen wir, dass wir kein schönes Leben verdient hätten.

Ich war auf jeden Fall dieser Ansicht. Jahrelang habe ich mich nur schlecht gefühlt. Ich hatte in meiner Kindheit sexuellen Missbrauch erlebt und noch als erwachsene Frau konnte man mit mir aufgrund meiner Wut und Bitterkeit nur schwer auskommen. Früher fühlte ich mich erst dann gut, wenn ich mich schlecht fühlte. Schuldgefühle waren meine ständigen Begleiter.

Selbst als Gott mir zeigte, dass ich für meine früheren Fehler nicht länger bezahlen musste, dachte ich weiterhin, dass es nicht richtig wäre, sich gut zu fühlen. Ich konnte mich einfach nicht entspannen und mein Leben genießen. So richtig wohl fühlte ich mich eigentlich nur bei der Arbeit und wenn ich etwas leistete.

Ich machte meinen Wert von dem abhängig, was ich tat und was andere von mir dachten. Ich hatte noch nicht verstanden, dass meine Identität und meine Bedeutung von Gott alleine bestimmt wurden, der mich ganz und gar liebte, und zwar unabhängig davon, was ich tat oder nicht tat oder was mir als Kind angetan wurde.

Doch nach und nach veränderte Jesus mein leistungsorientiertes Denken. Er erneuerte meine Gedanken und heilte mich vollkommen von dem, was mir in der Vergangenheit angetan wurde. Und noch etwas begriff ich: All das galt nicht nur mir, es gilt auch für dich. Ganz gleich was du getan hast und was dir in der Vergangenheit passiert ist, auch für dich ist ein Neuanfang möglich. Mit Jesus ist es nie zu spät dafür.

Diese Verheißung Gottes macht uns innerlich frei.

„Der zukünftige Bund, den ich mit ihnen schließen werde, wird so aussehen: Ich werde – sagt der Herr – meine Gesetze in ihre Herzen legen und werde sie in ihr Innerstes schreiben.“ Und dann heißt es weiter: „Ich werde nie mehr an ihre Sünden und an ihren Ungehorsam gegenüber meinen Geboten denken.“ Wo aber die Sünden vergeben sind, ist kein weiteres Opfer mehr dafür nötig (Hebräer 10,16-18; NGÜ).

Diese Verheißung Gottes gilt für alle, die ihm ihr Leben anvertraut haben. Wo die Sünden vergeben sind, ist kein weiteres Opfer mehr nötig. Es ist alles schon getan! Du musst dich nicht länger schuldig fühlen. Jesus hat den gesamten Preis für deine Sünden bezahlt und dir damit ein unermesslich wertvolles Geschenk gemacht. Es bedarf keiner weiteren Opfer, denn alle Schuld ist bereits gesühnt. Trotzdem meinen wir, uns selbst bestrafen zu müssen, weil es uns zu einfach erscheint. Aber es ist so einfach.

Wage den Neuanfang!

Wenn du dir selbst vergibst, kannst du endlich anfangen, dein Leben zu genießen. Und du gibst Gott den Raum, den er braucht, um dich zu verändern. So kannst du in die Bestimmung hineinwachsen, die Gott auf dein Leben gelegt hat. Du bist eine neue Schöpfung durch Jesus! Feiere deinen Neubeginn und schau weg von deinen alten Verletzungen hin zu den gegenwärtigen Segnungen. Sei dankbar für das, was Gott getan hat und ergreife die Gelegenheiten, die sich dir bieten, um Gottes Liebe weiterzugeben.

Denk nicht, dass er so jemanden wie dich nicht gebrauchen könnte. Wenn er mich gebrauchen kann, eine ganz normale Hausfrau aus Fenton, Missouri, dann kann er dich ganz bestimmt auch gebrauchen!

Seht euch doch einmal in euren eigenen Reihen um, Geschwister: Was für Leute hat Gott sich ausgesucht, als er euch berief? Es sind nicht viele Kluge und Gebildete darunter, wenn man nach menschlichen Maßstäben urteilt, nicht viele Mächtige, nicht viele von vornehmer Herkunft (1.Korinther 1,26; NGÜ).

Der Feind möchte, dass du dich klein fühlst und glaubst, nichts bewirken zu können, was in irgendeiner Weise von Bedeutung sein könnte. Doch Gott erwählt ganz bewusst solche Menschen, die in der Welt wenig gelten, um durch sie unglaubliche Dinge zu vollbringen.

Lass dich ermutigen: Sei die Person, zu der Jesus dich gemacht hat. Gott hat eine wunderbare Bestimmung für dein Leben. Löse dich endgültig von deiner Vergangenheit und verschwende keine Minute länger mit dem, was früher war. Auf dich wartet ein Neuanfang. Geh los und beginne neu!

"Vor mir liegt eine gute Zukunft. Vielleicht hatte ich einen schlechten Start ins Leben, aber ich werde ein großartiges Ende haben!“ Joyce Meyer

Aus: Joyce Meyer Magazin September 2014