Gott im Erziehungsalltag

Gott im Erziehungsalltag - aber wie?

Kinder mithilfe des Heiligen Geistes voller Frieden, Freude und Zuversicht erziehen

von Sandra McCollom

Ich bin überzeugt davon, dass Eltern die schwierigste, aber auch die lohnenswerteste Aufgabe zu bewältigen haben, die es überhaupt gibt. In all den Jahren sind mir zwei grundverschiedene Herangehensweisen bei der Kindererziehung begegnet: Die eine stützt sich auf das eigene Vermögen, die andere baut auf die Gnade und Hilfe Gottes. Ich habe beides ausprobiert und kann sagen: Der Unterschied ist absolut bemerkenswert!

Die ersten neun Lebensjahre meiner Zwillingsmädchen verbrachte ich damit, viele Regeln aufzustellen, um aus ihnen gut erzogene Mädchen zu machen. Die Regeln gaben mir Sicherheit, doch ich übertrieb es damit dermaßen, dass wir am Ende alle frustriert waren!

Trotz meiner Bemühungen war ich eine sehr unsichere Mutter. Ich hatte große Angst, dass ich meinen elterlichen Pflichten nicht nachkommen könnte und meine Kinder am Ende nicht gut geraten würden. Anstatt auf Gott zu vertrauen und mich darauf zu verlassen, dass er mir Gnade schenken würde, sie richtig zu erziehen, setzte ich mein Vertrauen auf meine Erziehungsmethoden. 

Bis vor zwei Jahren verstand ich nicht, was Gnade wirklich bedeutet. Aus diesem Grund hatte ich den Heiligen Geist auch nie gebeten, mir zu zeigen, wohin ich ihm folgen sollte. Warum ignorierte ich diesen wunderbaren Helfer, der mir mit seinen großartigen Möglichkeiten tagtäglich zur Seite stehen wollte? Ich muss ehrlich sagen, dass mir dies überhaupt nicht bewusst war. Meine Gedanken waren durch und durch von Gesetzlichkeit bestimmt und ich war einer Täuschung erlegen.

Ich hatte ein völlig falsches Bild von Gott und ging davon aus, dass er mich den ganzen Tag von oben herab beobachtete und nur darauf wartete, mich auf frischer Tat bei einem Fehler zu ertappen. Dieses falsche Gottesverständnis übertrug ich auch auf mein Muttersein und behandelte meine Mädchen viel zu oft so, wie ich es von Gott erwartete.

Zum Glück erlebte ich Anfang 2012, wie Gott mir seine Gnade auf übernatürliche Weise zeigte und mein Leben völlig auf den Kopf stellte. Zudem zeigte Gott mir, wie ich mich vom Heiligen Geist in meiner Kindererziehung leiten lassen konnte. Immer wenn ich als Mutter gefragt war, machte er mir deutlich, dass ich zunächst einmal innehalten und auf ihn warten sollte, bevor ich etwas unternahm. So konnte ich mich schrittweise von dem lösen, was bis dahin meine von Regeln bestimmte Reaktion gewesen wäre.

Als ich dann anfing, mehr auf den Heiligen Geist zu hören, anstatt meinen eigenen Regeln zu folgen, erlebte ich Erstaunliches. Meine Mädchen gehen nicht in eine öffentliche Schule, sondern werden von mir zu Hause unterrichtet („Homeschooling“). Einmal hatte meine Tochter, Starr, das Gefühl, bei einer Mathematikaufgabe nicht so gut mitzukommen wie ihre Schwester Angel. Nicht ich setzte sie unter Druck, sondern sie sich selbst. Als das geschah, reagierte sie wie die meisten von uns es tun würden: Sie wurde ihrer Schwester gegenüber gemein und mir gegenüber sehr zickig. Ich hatte genug davon und wollte ihr Konsequenzen androhen, doch dank meiner neusten Gnadenerfahrung wies Gott mich auf ganz andere Erziehungsmöglichkeiten hin. Ich fing an, in der Weisheit des Heiligen Geistes zu reagieren. Ich wartete einen Moment und merkte, wie er zu meinem Herzen sprach: „Rede mit Starr.“ Und anstatt sie anzuklagen, fragte ich einfach: „Was ist los, Starr? Was ärgert dich?“ Sie brach in Tränen aus und sagte: „Angel ist so gut in Mathe und ich so schlecht. Ich bin so dumm.“

Dieses Erlebnis öffnete mir die Augen. Ich werde das nie vergessen. Nur weil ich der Führung des Heiligen Geistes gefolgt war, hatten wir ein sehr gutes Gespräch und ich konnte den Lügen, die der Teufel ihr eingeredet hatte, mit Worten der Ermutigung begegnen. In Johannes 14,26 lesen wir, dass der Heilige Geist ein Ermutiger, Helfer, Fürsprecher und Tröster ist und er uns alle Dinge lehren wird. Er weiß es viel besser als wir!

Ich kann kaum beschreiben, wie groß die Veränderung bei uns zu Hause ist, seitdem wir unser regelkonformes Handeln durch die Führung des Heiligen Geistes ersetzt haben. Ich lasse mich als Mutter nun vom Heiligen Geist leiten: Manchmal sage ich etwas, manchmal zitiere ich einen Bibelvers, manchmal lasse ich meine Kinder Konsequenzen spüren, manchmal diskutieren wir die Dinge, manchmal umarme ich sie einfach und manchmal tue ich gar nichts, halte meinen Mund.

Doch ich habe mich nicht nur entschlossen, mich vom Heiligen Geist bei der Erziehung meiner Kinder leiten zu lassen, sondern auch meine Mädchen darin anzuleiten, wie sie sich vom Heiligen Geist führen lassen können. Ich bin sicher, dass sie ihr Leben lang davon profitieren werden.

Durch Gottes Gnade kann unsere Familie frei und unbeschwert leben, wie es durch ein von Regeln bestimmtes Leben nie möglich gewesen wäre. Es macht mir Spaß, mich auf das auszurichten, was Gottes Geist in Sachen Kindererziehung tun möchte und mich nicht länger auf meine eigenen Ideen zu verlassen.

Diese Vorgehensweise nimmt den Druck von uns Eltern. Wir müssen nicht mehr selbst versuchen, die schwierigste Aufgabe auf Erden alleine zu lösen. Wir müssen nur hinhören, verstehen und handeln!

Aus: Joyce Meyer Magazin September 2014