In Psalm 6 ist David absolut ehrlich zu Gott, was seine Gefühle betrifft. Er berichtet, wie erschöpft er von seinem Seufzen ist und dass er sein Bett jede Nacht mit Tränen tränkt (vgl. Psalm 6,7). Er ist geschwächt vom Kampf gegen seine Feinde und fleht zu Gott um Erbarmen (vgl. Psalm 6,3). Er möchte wissen, wie lange er noch auf Erlösung warten muss (vgl. Psalm 6,4).
Es ist tröstlich zu wissen, dass wir Gott offenlegen können, wie es uns geht. Denn manchmal müssen wir einfach unseren Gefühlen freien Lauf lassen, am besten im Gespräch mit Gott.
Trotz seiner Not füllt David diesen Psalm mit Glaubensbekundungen. Er bittet: Komm wieder, Herr, und rette mich. Hilf mir, weil du so gnädig bist (Psalm 6,5). Er betont, dass die Toten Gott nicht loben können (vgl. Psalm 6,6), er aber schon. David bekennt seinen Glauben daran, dass der Herr sein Flehen um Gnade gehört und sein Gebet angenommen hat (vgl. Psalm 6,10) und dass seine Feinde tief erschreckt und beschämt die Flucht ergreifen werden (vgl. Psalm 6,11). Ich liebe diese Ehrlichkeit Davids bezüglich seiner Gefühle, gepaart mit seinem unerschütterlichen Glauben an Gottes Güte und Treue.
Vielleicht könnten wir uns bei einigen unserer Probleme besser fühlen, wenn wir Davids Beispiel folgten. Statt zu versuchen, Gott mit unseren Gebeten zu beeindrucken, könnten wir völlig ehrlich und dabei voller Glauben sein.
Gebet: Vater, ich bin so dankbar, dass ich offen und ohne Maske zu dir kommen kann. Auch wenn mein Vertrauen auf dir liegt, fühle ich mich manchmal überwältigt und schwach. Selbst dann vertraue ich darauf, dass du mich retten und mir neue Kraft schenken wirst. Amen