Der Schmerz des Verrats ist tiefgreifend, doch wir dürfen nicht bitter werden, sollte er uns widerfahren. Judas hat Jesus verraten, indem er seinen Aufenthaltsort für 30 Silberstücke preisgab (vgl. Matthäus 26,14-16.47-50). Davids Sohn Absalom verriet ihn, indem er sich verschwor, ihm das Königreich zu entziehen (vgl. 2. Samuel 15,1-13). Josef wurde von seinen Brüdern aus Eifersucht an Sklavenhändler verkauft (vgl. 1. Mose 37,17-36). In all diesen Fällen wählten die Betrogenen Vergebung statt Groll und Rache.
Verrat ist etwas, das viele durchmachen, und unsere Reaktion darauf ist entscheidend. Jesus, David und Josef, alles bedeutende Führungsfiguren, mussten den Test des Verrats bestehen. Der Schmerz, von einem geliebten und vertrauten Menschen verraten zu werden, ist einer der schwersten, den wir ertragen müssen. Die Heilung kann lange dauern, doch Groll und Verbitterung verschlimmern die Situation nur.
Auch ich wurde einmal von Dienstkollegen verraten, denen ich nie solches Handeln zugetraut hätte. Ich war tief verletzt und schockiert. Die vollständige Überwindung dieses Verrats benötigte etwa drei Jahre. Letztendlich erkannte ich, dass es besser war, das wahre Wesen dieser Menschen zu erkennen, bevor ich noch mehr in die Beziehung investierte.