Ich hörte einmal, wie eine große Frau Gottes den Kirchenvater Augustinus zitierte: „Liebe Gott und dann tu, was du willst.“ Mein erster Gedanke war: Wenn wir alle täten, was wir wollten, würden wir viel Schlechtes tun. Doch wenn wir Gott wirklich lieben, wäre das nicht der Fall. Jesus sagte: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten“ (Johannes 14,15). Aus Liebe zu Gott möchten wir ihn erfreuen. Wir sind seine Söhne und Töchter geworden, keine Sklaven!
Ein Sklave hält sich an alle Regeln, um keinen Ärger zu bekommen. Söhne und Töchter hingegen lernen das Herz des Vaters kennen und möchten ihm gefallen. Wenn wir in unserem Leben einen Bereich entdecken, in dem wir ungehorsam sind, oder wenn wir das Gefühl haben, dass wir der Versuchung zur Sünde nicht widerstehen können, haben wir eine bessere Möglichkeit, als gegen die Sünde anzukämpfen: Wir können Gott näher kommen, unsere Liebe zu ihm tiefer und vertrauter werden lassen und seine wunderbare Güte anerkennen. Dann wird die Sünde nicht mehr so verführerisch oder attraktiv sein. Wenn wir Gott ganz nahe sind, widerstehen wir der Sünde, und sie findet keinen „Nistplatz“ in unserem Leben.
Gebet: Vater, ich möchte dir jederzeit Freude machen. Zieh mich näher zu dir und lehre mich, dich besser kennenzulernen und mehr zu lieben. Amen